Nr. 3 Rathaus

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Mitglieder der Familie Hilliger waren neben der Ausübung ihres Handwerkes über Jahrhunderte in Freiberg auch als Ratsherren, Stadtrichter, Bürgermeister und in anderen Ämtern engagiert. Sie besaßen Erzschmelzhütten und Kuxe in Freiberger Bergwerken (Letzteres noch prüfen). Insbesondere Wolf Hilliger hat sich als langjähriger, regierender Bürgermeister große Anerkennung erworben. Im Rathausturm gibt es neben einem Glockenspiel aus 12 Meissner Porzellan Glocken zwei Bronzeglocken.

Stundenglocke im Freiberger Rathausturm: 1492, Oswald Hilliger,

Viertelstundenglocke: 1675, Gabriel Hilliger, 57 kg, gesprungen.
Aus dem Metall goss Johann Gottlieb Hellmut, Glockengießer in Zwickau, 1808 zwei kleinere Glocken, von denen eine noch heute in der Laterne des Rathausturm hängt. Der Gießerlohn betrug 22 Thaler und 12 Groschen.

Viele Glieder der Hilligerfamilie hatten neben der Ausübung ihres Handwerkes öffentliche Ämter inne. Hier einige Beispiele:

Hans Hilliger: 1451-1470 Gerichtsschöppe.
Nicol Hilliger: 1465-1487 Gerichtsschöppe, 1476-1477 Amtsvogt in Freiberg.
Martin Hilliger: 1519 Ratsherr und Mitgründer der Innung der Kannegießer, 1523 Stadtrichter, 1529 Hospitalmeister.
Wolf Hilliger: 1546 Ratsherr, 1556 Stadtrichter, 1557- 1576 7 mal regierender Bürgermeister, 1573 abgesandt zur Verteidigung der Freiberger Stadtrechte und Privilegien, 1567 Bestellung zum kurfürstlichen Stückgießer in Dresden.
Oswald Hilliger: 1582 Ratsherr, 1593 Stadtrichter jeweils auf Lebenszeit.
Gabriel I. Hilliger: 1619 Stadtrat, 1624 Vorsteher des Almosenkastens.
Gabriel II. Hilliger: 1643 große Verdienste um Verteidigung Freibergs gegen Lennart Torstensson, 1656 Stadtfähnrich, 1665 Ratsherr, 1668 Ackerbauinspektor.
Gabriel III. Hilliger: letzter Glockengießer, Schichtmeister im Bergbau, königlich-kurfürstlicher Hüttenschreiber.

Die Freiberger Oberstadt wurde mit Obermarkt und Petrikirche etwa ab 1185 planmäßig in Quartieren angelegt. Der Obermarkt umfasste damals auch die Petrikirche, die gegenüber dem Rathaus steht und deren hoher Turm vom Markt aus zu sehen ist. Die Häuserzeile, welcheObermarkt und Petriplatz jetzt trennt, entstand erst später. Der Platz wurde über 800 Jahre niemals umbenannt.
Das erste Freiberger Rathaus an dieser Stelle stammt aus dem 13. Jahrhundert. Das heutige Gebäude wurde zwischen 1410 und 1474 errichtet. Im ehemals offenen Erdgeschossgewölbe befanden sich die Ratswaage, Brotbänke, Salz- und Tuchbänke.
Der Zugang zum Obergeschoß erfolgte früher durch eine außen liegende Treppe über ein offenes Geschoss im Turm.Um 1510 wurde dieser Raum geschlossen und darin die Lorenzkapelle eingerichtet.
Gegenüber dem Rathaus in der Lücke der Häuserreihen liegt das Kirchgäßchen, dem Sie zum 4. Punkt der Wanderung folgen sollten. Am Ende des Gässchens stehen Sie an der Rückseite der Petrikirche. Laufen Sie nun bis zum großen Haupteingang um die Kirche.