Nr. 5 Waisenhausstr. 7

Die erste Gießhütte der Hilligers soll sich in der „Nähe der Peterspfarrei“ befunden haben und wurde wohl seit Mitte des 14. Jahrhunderts genutzt. Der genaue Standort dieser Hütte ist nicht nachgewiesen. Hans der Jüngere Hilliger war 1420 im Besitz eines Hauses in der Peterspfarrei, das vermutlich schon sein Vater, der Stammvater Hans der Ältere, besessen hatte und in dem sich auch die Gießerei befand. Aus Urkunden ergibt sich, dass 1460 Nikol Hilliger, ein anderer Sohn des Stammvaters im Besitz eines Gießhauses zu Freiberg war.
Gesichert ist, das Oswald Hilliger, der einzige Sohn von Nikol Hilliger, 1482 seine „vom Vater ererbte Gießhütte verkaufte und eine neue in einem der zellischen Freihäuser am Peterskirchhof anlegte„- heute Waisenhausstraße 7. Hier befand sich demnach die 2. Gießhütte der Hilligers, in der die meisten beim Stadtbrand 1484 verloren gegangenen Glocken der Freiberger Kirchen neu gegossen wurden. Im Jahr 1555 errichtet der Rotgießer Zacharias Hilliger auf dem Grundstück ein neues Gebäude. In einem maroden Zustand wurde dieses Gebäude 1983 abgerissen und bis 1985 neu errichtet. Die äußere Bauplastik ist nach alten Vorlagen neu angefertigt worden. So auch der stehende Bär mit Tastzirkel an der Hausecke. Er erinnert an das 1521 durch Kaiser Karl V. verliehene Familienwappen.

Das Nachbargebäude, Petriplatz 4, ein ursprünglich dreigeschossiges Renaissancegebäude, wurde um 1560 von Wolff Hilliger d. Ä. errichtet. Vermutlich waren die Gebäude über einige Generationen auch Wohnhaus der Familie Hilliger.

Sie wenden sich nun in Richtung Osten und sehen schon am Ende des Platzes die Petersstraße in die Sie rechts einbiegen und dieser folgen.